Fotofallen
Juristische Klippen bei der Veröffentlichung von Bildern im Web........

 

 

Fotofallen


Juristische Klippen bei der Veröffentlichung von Bildern im Web
Viele Hobby-Webmaster verwenden eigene und fremde Fotos allzu sorglos zum Aufhübschen ihrer Homepage. Sie achten nicht auf die Rechte anderer und kassieren dafür teure Abmahnungen. Ein wenig juristische Kenntnis sowie mehr Sorgfalt minimieren das Risiko, viel Geld und Nerven wegen eines Fotos auf der Homepage oder im Blog zu verlieren.

Es ist eine verträumte Sommernacht in Paris. Ich nippe am Café au lait, der Eiffelturm strahlt erhaben. Mich juckt es in den Fingern, den Auslöser zu drücken und ein Foto von der Szenerie zu bloggen. Halt! „Großer Fehler“, ruft der kleine Jurist in meinem Hinterkopf. Was, wenn auf dem Foto urheberrechtlich geschützte Werke zu sehen sind? Willst Du es wirklich drauf ankommen lassen, eine teure Abmahnung zu kassieren?

 

Der kleine Mann hat wieder einmal Recht: Um ein Foto vom Eiffelturm bei Nacht zu veröffentlichen, bedarf es einer Genehmigung des Unternehmens „SETE – illuminations Pierre Bideau“. Dieses hat die Beleuchtung des berühmten Bauwerks urheberrechtlich schützen lassen. Wer Fotos davon kommerziell im Web nutzen will, muss nicht nur auf die Rechte hinweisen, sondern auch an SETE zahlen. Ähnlich verhält es sich mit vielen Sehenswürdigkeiten auf der Welt, etwa dem Atomium in Brüssel oder Bauten des Architekten Le Corbusier

Das Beispiel zeigt: Site-Betreiber und Blogger bewegen sich bei der Bebilderung ihrer Webseiten permanent auf einem juristischen Minenfeld [1]. Gleich, ob es sich um Grafiken für Seiten-Templates, ob es um eigene oder fremde Fotos geht; jede Abbildung erfordert eine Prüfung von Rechten. Drohen teure Abmahnungen und Schadensersatzforderungen, ist dafür meist das komplizierte Urheberrecht verantwortlich. Wer dessen Regeln kennt, kann die Klippen umschiffen.

 

Automatisch geschützt
Im deutschen Urheberrecht gilt der Grundsatz: Jedes Foto ist mit der Entstehung für den Urheber geschützt, ohne dass er dieses Recht irgendwo anmelden müsste. Im Unterschied zu Texten, Musik oder sonstigen Werken bedarf es für diesen Schutz nicht einmal einer besonderen Originalität. Während diese wenigstens eine sogenannte „Schöpfungshöhe“ aufweisen müssen, ist jeder noch so verwackelte und triviale Urlaubsschnappschuss als Lichtbild geschützt. Der Urheber darf über die Verbreitung seines Fotos – ob offline oder im Web – selbst entscheiden. Er kann auch andere Personen berechtigen, die Bilder zu nutzen, wobei das Urheberrecht selbst bei ihm bleibt.

 

Weitere Infos auf http://www.heise.de/ct/artikel/Fotofallen-1711494.html

 

[Quelle c´t Magazin]