LTG
Steuerberatungsgesellschaft

Der geldwerte Vorteil aus der Gestellung eines Dienstwagens ist monatlich pauschal mit 1% des inländischen Listenpreises im Zeitpunkt der Erstzulassung.....

Kolumne kompakt [Juni] 2013
Liebe Leserin, lieber Leser,
der geldwerte Vorteil aus der Gestellung eines Dienstwagens ist monatlich pauschal mit 1% des inländischen Listenpreises im Zeitpunkt der Erstzulassung zuzüglich der Kosten der Son-derausstattung einschließlich der Umsatzsteuer zu bewerten, sofern kein Fahrtenbuch ge-führt wird. Für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte sind außerdem 0,03% des Lis-tenpreises für jeden Entfernungskilometer anzusetzen. In der Praxis ist es durchaus üblich, dass Arbeitgeber den Arbeitnehmer an den laufenden Kfz – Kosten in der Form beteiligen, dass ein monatlich zu zahlendes Nutzungsentgelt vereinbart wird. Dieses Nutzungsentgelt mindert den steuerpflichtigen geldwerten Vorteil. Voraussetzung hierfür ist allerdings eine arbeits – oder dienstrechtliche Rechtsgrundlage, die entweder eine nutzungsunabhängige Monatspauschale, eine an den gefahrenen Kilometern ausgerichtete Kilometerpauschale oder die Zahlung der Leasingrate durch den Arbeitnehmer vorsieht (BMF Schreiben vom 19.04.2013). Wie der Arbeitgeber das Nutzungsentgelt berechnet ist unerheblich. Eine Wei-terbelastung einzelner Kosten (z.B. Treibstoff, Versicherungsbeiträge, Wagenwäsche) durch den Arbeitgeber bzw. vom Arbeitgeber verauslagte und später dem Arbeitnehmer weiterbe-lastete Kraftfahrzeugkosten werden allerdings nicht anerkannt (gilt für ab dem 01.07.2013 verwirklichte Sachverhalte). Überlässt also ein Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer z.B. einen Firmenwagen mit einem Bruttolistenpreis von € 30.000,- auch zur privaten Nutzung und ist arbeitsvertraglich z.B. die Zahlung einer nutzungsunabhängigen Monatspauschale von € 200,- vereinbart, so reduziert sich der geldwerte Vorteil von € 300,- (1% v. € 30.000,-) auf € 100,-. Sollte das vereinbarte Nutzungsentgelt den geldwerten Vorteil übersteigen, führt das allerdings nicht zu negativem Arbeitslohn oder zu Werbungskosten. Arbeitgeber sollten prü-fen, ob das mit dem Arbeitnehmer vereinbarte Nutzungsentgelt mit der Definition des BMF – Schreibens übereinstimmt und eventuell Anpassungen vornehmen.