LTG
Steuerberatungsgesellschaft

Häufig verpflichten sich Mitglieder in Vereinen oder Berufsverbänden, ein Ehrenamt wie z. B. im Vorstand zu übernehmen. Um eine.....

 

 

Kolumne kompakt [Mai] 2013

Liebe Leserin, lieber Leser,

häufig verpflichten sich Mitglieder in Vereinen oder Berufsverbänden, ein Ehrenamt wie z. B. im Vorstand zu übernehmen. Um eine ehrenamtliche Tätigkeit handelt es sich, wenn der Einsatz für eine fremdnützige Einrichtung ohne eigennütziges Erwerbsstreben und ohne Hauptberuflichkeit erfolgt. Soweit Ehrenamtliche für ihren Zeitaufwand eine Entschädigung erhalten, stellt sich die Frage nach der steuerlichen Behandlung. Mit dem am 27.03.2013 veröffentlichten BMF Schreiben zur umsatzsteuerlichen Erfassung gibt es hier nunmehr Rechtssicherheit. Handelt es sich bei der Vergütung um eine angemessene Entschädigung für den tatsächlichen Zeitaufwand, ist diese steuerfrei. Als angemessene Entschädigung nennt das BMF als sog. Nichtbeanstandungsgrenzen den Betrag von 50,- €/Std. und 17.500,- €/Jahr. Bis zu diesen Grenzen soll seitens der Finanzverwaltung auf eine Angemessenheitsprüfung verzichtet werden. Die in den Berufsverbänden häufig praktizierte pauschale Vergütung fällt grundsätzlich nicht unter die Steuerbefreiung des § 4 Nr. 26 Buchst. b UStG. Nach dem BMF Schreiben sind jetzt auch pauschale Entschädigungen unschädlich, wenn sich die Aufwandsentschädigung durch Vertrag oder Satzung nach einer festgelegten Anzahl von Tätigkeitsstunden je Woche/Monat oder Jahr bemisst. Dabei sind aber die Betragsgrenzen von 50,00 €/Std. und 17.500,00 €/Jahr einzuhalten. Ein Auslagenersatz für die tatsächlich entstandenen Kosten des Ehrenamtlichen, wie auch Fahrtkosten nach den pauschalen Kilometersätzen, fallen nicht in die Betragsgrenzen und sind ebenfalls steuerfrei. Werden über den tatsächlichen Zeitaufwand hinaus Vergütungen z.B. für Urlaub oder als Weihnachtsgeld gezahlt, hat das den vollständigen Verlust der Umsatzsteuerbefreiung zur Folge. Die Regelungen des BMF Schreiben gelten rückwirkend ab dem 01.01.2013. Die Berufsverbände sind daher gefordert entsprechende vertragliche Vereinbarungen zu treffen.